[WU14] 5. Deutscher Meister

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Liebe Freunde des TV Herrnwahlthann,

in einem Text auf einem „social network“ feierliche Stimmung zu erzeugen, ist nicht so einfach, an dieser Stelle aber gefordert. Am vergangenen Wochenende reiste unsere WU14 als einziger bayerischer Vertreter zu den Deutschen Meisterschaften im Faustball. Zielort war das niedersächsiche Düdenbüttel, Landkreis Stade. Bereits am Freitagvormittag wurde die wertvolle Fracht, sieben Spielerinnen (Alicia war leider verhindert), von Steff und Hannes sicher in den Norden chauffiert. Größere Strapazen nahmen die beiden Trainerinnen in Kauf. Mary und Ramona erreichten Stade in den Morgenstunden des Samstags, zusammen mit Nachwuchscoach und U16-Spielerin Marie Roland und Christines Mama Christine.
Gestärkt nach dem Jugendherbergsfrühstück trafen wir pünktlich zur Begrüßung am idyllisch gelegenen Sportplatz in Spielort ein. Im ersten Spiel des Tages zeigten der norddeutsche Meister Jahn Schneverdingen und der dritte aus dem Norden, TV Brettorf, wie hoch die Messlatte an diesen Tagen liegen würde und der TV Jahn untermauerte seine Favoritenstellung. Die Schneverdingener waren denn auch unser Gegner in unserem Auftaktspiel. Nach den gezeigten Leistungen hatten wir eine Menge Respekt, gleich nach Spielbeginn allerdings zeigten unsere Mädchen sofort Kampfkraft und Spielwitz, sodass Herrnwahlthann schnell mit 8-5 in Führung lag. Die Mitgereisten trauten ihren Augen nicht. Leider bewies der Gegner, wie noch öfter an diesem Tag, Ausdauer und Ruhe, fand nach leichten Unsicherheiten im Spielaufbau unsere Mädchen zurück ins Spiel und sicherte sich Satz 1 knapp mit 11-9. Dasselbe in Grün passierte „leider“ in Satz 2, auch hier lag unser Team zeitweise mit vier Bällen in Front. Am Ende stand dennoch ein 12-10 für die Norddeutschen. Mit hocherhobenem Haupt, freilich sehr traurig ob der knappen Niederlage, verließen wir stolz den Platz. Am Ende sollte sich Schneverdingen tatsächlich den Titel holen und wir haben den Deutschen Meister geärgert wie kaum ein anderes Team an diesem Wochenende.
Gleich im zweiten Spiel gegen den TSV Karlsdorf, Westdeutscher Meister, sollte dieser Auftakt in den ersten Sieg umgemünzt werden. Dank einer couragierten Leistung auf allen Positionen, vor allem ohne unnötige Fehler, gelang dieses Ziel nach zwei souveränen Sätzen. Der erste Sieg war eingefahren und das Ziel, nicht Letzter zu werden, war greifbar nahe. Viel zu schnell wurden wir von einem seltenen Ereignis auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, da Karlsdorf im Spiel gegen Schneverdingen zwar nach Satzverlust chancenlos in Satz 2 erschien, die gegnerische Trainerin dann jedoch eine vierte Spielerin einwechselte. Es ist maximal erlaubt, drei Spielerinnen auszutauschen. Somit verlor Schneverdingen dieses Spiel mit 2-0 Sätzen und Karlsdorf hatte unverhofft auf einen Schlag noch dazu zweimal 11-0 Bälle auf dem Konto. Damit war, vor allem nach der unnötigen Niederlage gegen den starken TV Brettorf in Spiel 3, klar, es musste im letzten Spiel gewonnen werden, um in der Gruppe Vierter zu werden, im besten Fall mit einem Sieg sogar Platz 3 zu holen.
Was gegen Brettorf noch lustlos und ungenau war, der Spielaufbau aus der eigenen Abwehr heraus, wurde gegen die Mädchen aus Bademeusel vor allem in den Sätzen 2 und 3 ins Gegenteil verkehrt.
Den ersten Satz holten sich die Ostdeutschen noch, vor allem dank ihrer starken Linksschlägerin, in den folgenden beiden Durchgängen lief dann aber auch unser Angriff zur Hochform auf. Egal ob der Ball direkt auf die Leine oder sechs Meter weit von ihr weg zugespielt wurde, Kora versenkte Christines Zuspiele immer wieder. Auch unsere Zuspielerin wurde der gegnerischen Abwehr mit ihren „Rollern“, also den langen Bällen von unten, ständig gefährlich.
Nach diesem Sieg im wohl wichtigsten Spiel der Jugendarbeitsgeschichte des TV war klar: am Sonntag durften wir mit den fünf besten deutschen Mannschaften um die Plätze 1-6 spielen. Da kannte die Freude selbst bei unserer routinierten Mannschaft keine Grenze. Auch die Trainerinnen und Betreuer wussten sofort, dass dies ein großer Moment war. Am Abend feierten wir diesen Erfolg schon einmal beim Griechen in der schönen Innenstadt von Stade, selbst das ein oder andere Glas Ouzo wurde auf dem Tisch, natürlich nur auf dem der Erwachsenen, gesichtet.
Voller Elan und Vorfreude wurde jeder Muskelkater erst einmal verdrängt, mit selten positiver Sonntagsstimmung lief der niederbayrische Trupp in Düdenbüttel ein. Es ging im ersten Spiel gegen den zweiten der anderen Vorrundengruppe, den TSV Breitenberg, um den Einzug ins Halbfinale. Die beiden Mannschaften waren auf Augenhöhe, im ersten Satz verschlief unsere Mannschaft allerdings den Start und lag schnell mit drei Bällen zurück. Diesen Rückstand konnten wir auch nicht mehr egalisieren, Satz 1 ging also an den Gegner. Im zweiten Satz fanden die jungen Damen zu ihrem Spiel zurück, es ging oft hin und her, keiner zeigte große Schwächen. Lediglich etwas Glück mit Linienbällen entschied diesen Satz am Ende erneut für Breitenberg. Obwohl damit klar war, dass es nicht um die ersten vier Plätze gehen würde, war uns allen bewusst, dass die gezeigte Leistung eben in diesem Moment nicht ausreichte, um einen konstanten Gegner auf diesem Niveau zu besiegen.
Ohne negative Schwingungen begann man denn auch das letzte Spiel der Meisterschaft, das Spiel um Platz 5 gegen den süddeutschen Meister aus Grafenau (vormals Gärtringen). Nach der Finalniederlage in Segnitz, bei der für Thann „nur“ der Vizemeistertitel raussprang, wollten sich unsere Jugendlichen nur zu gern revanchieren.
Von Beginn an entwickelte sich ein enger Schlagabtausch, nie lagen wir dabei allerdings in Rückstand. Mit einer teilweise überragenden Abwehrleistung sicherten Emily und Viktoria den ersten Satz. So musste es weiter gehen, dann würden wir als Sieger vom Platz gehen. Den Trainerinnen gelang es, keine Nervosität aufkommen zu lassen und so das Niveau aufrecht zu erhalten. Auch wenn unsere Nachwuchsspielerinnen auf der Position des Nebenangriffs angespielt wurden kam der Gegner kaum zu Punkten, Christine und Kora vollendeten die meisten abwehrten Bälle immer erfolgreicher. Es war also soweit: mit einem souveränen 2-0 Sieg gelang erstens die Revanche und zweitens der Sprung auf Platz 5.
Mit anderen Worten: wir sind…Mädels ihr seid…die fünftbeste Mannschaft Deutschlands. Das ist einfach unglaublich. Überwältigend. Ihr habt euch in den entscheidenden Momenten als Team gezeigt und ohne Nerven eure beste Leistung abgerufen. Die drei „alten“ haben die vier „jungen“ toll integriert, sonst wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.
Danke Carina, für deine Ruhe und jeden einzelnen perfekt angenommenen Ball!
Danke Christine, für jeden Kratzer nach geholten kurzen Bällen!
Danke Emily, für jede Träne nach den wenigen Fehlern, die dir passiert sind!
Danke Viktoria, für all die Energie, die du von hinten an den Angriff weitergegeben hast!
Danke Sophia, für die tolle Quote an abgewehrten Bällen!
Danke Kora, für jeden Moment, in den dir deine Schulter heute und morgen noch weh tun wird!
und Vielen Dank Lena, fürs tolle Teamverhalten, obwohl du nur einen Kurzeinsatz haben durftest!

Danke Mary, fürs Analysieren der Gegner und das Einstellen deines Teams, jedes Mal aufs Neue!
Danke Ramona, fürs ruhiger Pol sein, fürs Obst mundgerecht zubereiten und für deinen Optimismus!
Danke Steff, für das richtige Maß an Motivation und Kümmern und für jeden gemütlichen Kilometer trotz ekligem Reisewetter!
Danke an Emilys Familie und Christines Mama, für die weite Anreise und eure Unterstützung,
und Danke Marie, fürs Bindegliedsein zwischen Trainerinnen und Spielerinnen,
und ich danke auch mir selbst, für den viel zu langen Bericht und die zusammen mit Marie geschossenen Schnappschüsse!
Danke an alle Trainer und Betreuer die ihren Anteil an diesem Erfolg hatten, am Wochenende aber nicht dabei sein konnten und vielen Dank Alicia, für deinen Einsatz an den vorhergehenden Spieltagen und Meisterschaften.
Und zuletzt bedanken wir uns bei euch, die diesen viel zu langen Bericht gelesen und uns ein Wochenende lang die Daumen grün und blau gedrückt haben.
(P.S.: Schon in zwei Wochen sollten die Daumen wieder bereit sein, oder ihr fahrt einfach alle mit, wenn wir zur nächsten Deutschen Meisterschaft, der Jugend U16, nach Eibach fahren.)

Johannes

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